
Das Interesse an Mystik begleitet mich bereits mein ganzes Leben. Als Kind habe ich besonders Jeanne d’Arc geliebt und ihre Art und Weise, wie sie mit Gott gesprochen hat. Im Laufe der Jahre ist das zu meiner großen Lebensfrage geworden: Wie kann ich in einer lebendigen Beziehung mit Gott sein?
Das ist für mich der Kern von Mystik: Gott unmittelbar zu erfahren.
Ich verwende das Wort Gott. Du bist frei, es mit deinen eigenen Begriffen zu füllen – die Quelle, das Universum …
Und ich habe gemerkt, dass die institutionellen Antworten darauf mein eigenes Erleben nicht befriedigen konnten. Dass sie mehr Fragen aufgeworfen haben und mich schließlich eher davon entfernt haben. Es war über viele Jahre ein großes Dilemma für mich, zumal meine Seele sich definitiv über christliche Bezüge erinnert, ich mich in der Kirche aber zunehmend weniger zu Hause gefühlt habe.
Durch die Begegnung mit Lars Muhl konnte ich schließlich meinen eigenen Weg darin finden. Durch ihn lernte ich, im Glauben zu bleiben, ohne gebunden zu sein. Ich erkannte, dass Jesus und Maria Magdalena vor Kirche und Religion lebten. Und dass die beiden genau davon erzählen: wie jeder Mensch in einer direkten und liebevollen Beziehung mit seiner Quelle stehen kann.
Seither beschäftige ich mich gerne mit diesen Fragen, forsche darüber, tauche in die Geschichten großer Mystiker*innen ein, lese Mythen und erinnere alte Mysterienlinien. Doch in allem geht es immer wieder um dasselbe: Niemals geht es darum, diese Vorbilder als Grundlage oder Anleitung für das eigene Leben zu nehmen, sondern die archetypischen Bilder darin zu finden und die Bewegungen in der eigenen Seele zu entdecken. Um das Freilegen dessen, was in einem selbst angelegt ist und schlummert. Um die Rückerinnerung an den Ursprung. Um das eigene Öffnen für die Erfahrung tiefer Liebe und des Aufgehobenseins.
Genau das ist es, was ich seit Jahren in meinen Räumen anbiete, ohne es Mystik zu nennen oder direkt von Gott zu sprechen.
Ich sehe mich als eine moderne Mystikerin. Angebunden an diesen Geist der Weisheit und der unmittelbaren Erfahrung. Ich bin nicht gebunden an eine bestimmte Religion, vielmehr entdecke ich die Bewegungen, die mich interessieren, in nahezu allen Weisheitstraditionen. Es macht mir Freude, ihre Bilder zu entschlüsseln und in eine moderne Sprache zu übersetzen. Immer auf der Suche nach neuen Wegen, die uns helfen, unsere eigene Essenz tiefer in die Verwirklichung zu bringen. Das ist für mich Verkörperte Weisheit.


